Öffnungszeiten 
 

Jeden Tag:      17.30–20.30 


Hindu Temple Luzern 


Bahnhofstrasse 19A

6037 Root 
 

T  +41 41 450 02 84  

 

 

 

 
 
 

die Puja 


1.1. Die Vorbereitung der Puja 


Bereits um 18.45 Uhr finden sich einige Gläubige ein. Normalerweise erscheinen Hindus im traditionellen Sari/Veddi zur Puja. Sie setzen sich auf den Boden und singen gemeinsam. Der Gesang wird von kleinen Rhythmusinstrumenten begleitet. Währenddessen bereitet der Priester die notwendigen Dinge für die Zeremonie vor. 

Der Puja geht ein Weihritual (Sanskrit: Abhisheka) voraus. Dabei werden zu Beginn die Vorhänge der Altäre zurückgezogen. Anschliessend werden die Gottheiten geweckt, damit sich ihre Aufmerksamkeit später auf die Gläubigen richtet. Sie werden gewaschen, gekleidet und mit Blumen geschmückt. 


1.2. Die Puja beginnt 


Um 19.15 Uhr beginnt die eigentliche Puja mit dem Läuten der Tempelglocke. Bei der Zeremonie werden in einer strikt vorgegebenen Reihenfolge alle Götter nacheinander rituell „versorgt“. Das erste Gebet erhält stets Ganesha (1.). Nach ihm stellen sich die Gläubigen vor den Schrein von Durga (2.). Danach geht man zu den Sockeln des Löwen und der Lotusblüte. Es folgen die Verehrung Shivas (3.), Vishnu (4.) und Murugan; auch Vasantha Mandapam (6.) genannt. Von dort gehen sie weiter zum Schein der Neun Planeten (Navagraha) (7.).Nach der Versorgung von Bhairava (8.) versammelt man sich zum Schluss vor dem Hauptschrein der Göttin Durga. Diesem „Rundgang“ geht stets der Priester voraus und die Gläubigen folgen ihm. Die Hindus stellen sich vor jedem Altar v-förmig auf, links die Frauen und rechts die Männer. Somit können alle einen Blick auf die jeweilige Gottheit werfen und von ihr gesehen werden.


Der Priester führt die Zeremonie in der altindischen und für Hindus heiligen Sprache Sanskrit durch. Alle Gaben, welche den Göttern dargebracht werden, haben eine bestimmte Bedeutung. Während Wasser für den Frieden steht, symbolisiert Joghurt die Fruchtbarkeit, und süsse Milch ein langes Leben. Butterschmalz (Ghee) soll für eine gute Stellung bei den Göttern sorgen, Honig hingegen für eine gute Stimme und Kokosnusssaft für einen guten Charakter der Kinder. Die fünf Früchte sollen Erfolg symbolisieren das Herz, welches den Gottheiten dargebracht wird. Auch für “Unterhaltung“ der Götter ist gesorgt: Dafür werden während der Puja immer wieder Glocken angeschlagen. Mit diesem Läuten sollen auch schlechte Dämonen vertrieben werden; der Weg für gute himmlische Kräfte ist nach hinduistischem Glauben nun frei. Die Verehrung eines Gottes wird jeweils dadurch abgeschlossen, dass der Priester andächtig die Kampferflamme vor der Gottheit schwenkt. Diese Bewegung wird dreimal wiederholt und muss dabei die Form eines OM-Zeichens darstellen. Wenn der Priester die Flamme zum ersten Mal schwenkt, bittet er um Frieden für die Welt, beim zweiten Mal um Frieden für das Land und beim dritten Mal schliesslich um Frieden für das Leben. Das Verbrennen von Kampfer symbolisiert das Einswerden mit Gott. 


1.3. Der Abschluss der Puja und die Verteilung von Prasadam 


Zum Schluss der Puja bringt der Priester das zuvor geopferte Licht zu den Gläubigen. Diese streichen mit ihren Händen dreimal über die Flamme und berühren damit Gesicht, Augen und Haare. Sie nehmen damit die göttliche Wärme in sich auf. Ausserdem bekommen die Anwesenden vom Priester oder einem Gehilfen etwas süsse Milch in die hohle Hand, welche sie trinken, einige Blütenblätter, welche Glück bringen, und etwas geweihte Asche („Vibuthi“ genannt).Mit dieser Asche, die auf die Stirn aufgetragen wird; soll an die Vergänglichkeit des Lebens erinnert werden. Solange der Mensch lebt, soll er deshalb Gutes vollbringen. Anschliessend tragen die Gläubigen mit dargereichter Sandelholzpaste und rotem Pulver („Kungkuma“) einen Punkt (Pottu) ist ein Zeichen dafür, dass man nun durch den Anblick der Götter rein ist und ihren Segen erhalten hat. Das Sandelholz soll die Abwehrkräfte der Gläubigen stärken sowie Zufriedenheit und Fröhlichkeit verleihen. Kungkuma steht das Prinzip von Shakti, der weiblichen göttliche Energie. 

Zum Schluss werden die Speisen, welche zuvor den Göttern geopfert wurden, unter den Gläubigen aufgeteilt, indem man die Mahlzeit (Prasadam) gemeinsam einnimmt. Die Vorhänge der Altäre bleiben noch eine Zeitlang geöffnet. Die Gläubigen können somit den Gottheiten noch individuelle Wünsche und Gebete anvertrauen. Erst mit dem Zuziehen der Vorhänge begeben sich die Götter wieder zur Ruhe.